Harald Holzknecht
KI-Konsulent · Datenverarbeitung seit 1980
Seit 1980 baue ich Systeme, die mit Geld und Verantwortung umgehen: erst im Rechenzentrum eines Energieversorgers, seit 1994 für Non-Profit-Organisationen. Daraus wurde meine eigene Firma, DataDialog — ihre Geschäftsführung habe ich 2026 an meinen Sohn Sebastian übergeben. Seither arbeite ich als Konsulent an dem, was mich interessiert, mit Leuten, die ich mag.
In all diesen Jahren war das Werkzeug immer der Engpass. Am Anfang schrieb ich Assembler mit der Hand auf A4-Blätter und ließ den Code in Lochkarten stanzen; ein Testlauf dauerte einen Tag und endete meistens im meterlangen Fehlerausdruck. Später ging es schneller — aber zwischen einer guten Idee und einem laufenden System lagen immer noch Monate. Man wusste, was richtig wäre, und kam nicht hin.
Das hat sich geändert. Ich arbeite heute mit KI, und ich sage das offen, weil es beschreibt, wie ich arbeite. Sie ist schneller und gründlicher, als ich es je war, und sie beherrscht mehr Sprachen und Verfahren, als ich in einem Berufsleben lernen konnte.
Was sie nicht hat, ist das Urteil. Sie weiß nicht, welche Zahl am Ende stimmen muss, welcher Sonderfall in drei Jahren zubeißt, wo ein Gesetz die Regeln ändert und wann ein Ergebnis zu gut aussieht, um wahr zu sein. Das steuere ich bei. Und ich rechne jedes Ergebnis nach, bevor es jemand verwendet.
Beides zusammen ist mehr als jede Hälfte für sich. Das ist der Grund, warum ich nicht aufgehört habe, als ich es eigentlich vorhatte.
Das ist der häufigste Fall, und der schönste. Du kennst deine Abläufe, deine Ausnahmen, deine Zahlen — besser als jeder Berater sie je kennen wird. Was fehlt, ist die Übersetzung in ein System, das sie wirklich abbildet und nicht nur ungefähr. Genau diese Brücke baue ich. Sie zu bauen dauert heute Wochen, wofür früher Monate nötig waren — deshalb lohnt sie sich jetzt auch für kleine Vorhaben, für die sich früher niemand die Mühe gemacht hätte.
Die Buchhaltung sagt etwas anderes als die Bank, die Auswertung etwas anderes als das Vorjahr — und niemand kann sagen, welche Zahl stimmt. Ich finde nicht nur den Unterschied, sondern die Ursache. Und ich baue die Kontrolle ein, die den Fehler beim nächsten Mal von selbst meldet.
Belege abtippen, Listen abgleichen, Zahlungen zuordnen. Das lässt sich automatisieren — aber nur, wenn die Automatik zugibt, dass sie unsicher ist. Ich baue sie so, dass sie einen Vorschlag macht und stehenbleibt, statt stillschweigend etwas Falsches zu buchen.
Zu Recht. Ich setze sie dort ein, wo sich ihr Ergebnis überprüfen lässt, und lasse einen Menschen freigeben, bevor etwas verbindlich wird. Das ist keine Bremse — das ist der Grund, warum man dem System am Ende trauen kann.
Das Fundraising Studio verwaltet Spenden, Mitglieder und Zahlungen von Non-Profit-Organisationen. Ich habe die Datenbank dafür gebaut und seither verantwortet. In dieser Zeit hat sich fast alles geändert, was ein solches System berührt: der gesamte Zahlungsverkehr wurde auf SEPA umgestellt, die Kontoauszugsformate wurden ausgetauscht, die Spendenmeldung ans Finanzamt kam dazu, dann die Datenschutz-Grundverordnung. Jede dieser Umstellungen musste die Datenbank mitmachen, ohne dass eine einzige Organisation ihre Historie verliert. Ein Programm, das fertig wird, ist eine Sache. Eines, das seit 2008 im Betrieb ist und dabei mehrmals den Boden unter sich ausgetauscht hat, ist eine andere.
Für eine geplante Energiegemeinschaft habe ich die komplette Abrechnung nachgebaut: Viertelstundenwerte, Börsenpreise, Netzentgelte, Steuern. Zur Kontrolle habe ich drei echte Lieferantenrechnungen gegengerechnet — der gewichtete Monatspreis stimmte auf vier bis sechs Nachkommastellen. Erst danach habe ich meiner eigenen Rechnung geglaubt.
Ein Baumeister hat sein gesamtes Baucontrolling über Jahre in Excel gebaut — Nachkalkulation je Bauvorhaben, Zeiterfassung, Firmenübersicht, verkettet über Dutzende Dateien. Meine Aufgabe war, daraus eine Software für hunderte Betriebe zu machen. Der wichtigste Teil der Arbeit war nicht das Programmieren, sondern das Lesen: Beim Nachrechnen der Formeln stellte sich heraus, dass dieselbe zentrale Kennzahl an drei Stellen unterschiedlich berechnet wird. In Excel fällt das niemandem auf. In einem Produkt muss man sich entscheiden, welche Variante die richtige ist — und das ist eine fachliche Frage, keine technische.
Ich lege mich weder auf eine bestimmte Datenbank noch auf ein Fachgebiet fest. Gearbeitet wird mit dem, was zur Aufgabe passt.
Die Themen waren bisher: Kalkulation für die Mastkopfausrüstung von Niederspannungsleitungen. Spendenverwaltung für Non-Profit-Organisationen. Zahlungsverkehr und Bankabgleich. Stromabrechnung für Energiegemeinschaften. Ein Kalkulationsprogramm für Baufirmen. Buchhaltung, Umsatzsteuer, Finanzplanung.
Der gemeinsame Nenner ist nicht die Branche, sondern die Aufgabe: aus verstreuten Daten belastbare Zahlen machen — und Datenschutz als Teil des Entwurfs, nicht als Nachtrag.
In Liezen geboren. Handelsakademie — der Job in der Bank war schon fix.
Einstieg als Programmierer im Rechenzentrum. Großrechner, Lochkarten, Bandlaufwerke. Dort habe ich gelernt, geduldig zu sein — und dass ein System nur so viel wert ist, wie man seinen Zahlen trauen kann.
Die PC-Welt entstand, und ich wollte nicht zusehen. 486er-Rechner auf Kredit, und neben dem Hauptberuf noch einmal 1.600 Stunden im Jahr. Ich baute die EDV für ein Direktdialog-Unternehmen, an dem ich beteiligt war — und begann mit dem, was die Reihenfolge bestimmt: einem Unternehmensdatenmodell, bevor die erste Maske entstand.
Erste Kampagne: EDV für die Mitglieder- und Fördererwerbung. Im selben Jahr habe ich nach 15 Jahren bei der STEWEAG gekündigt und mich selbständig gemacht.
Aus der Nebentätigkeit wurde ein Unternehmen. Wir wuchsen über Österreich hinaus, mit Standorten in mehreren Ländern. Nach der Trennung von den Partnern blieb die EDV-Firma — die DaDi EDV GmbH, die heute unter DataDialog auftritt.
Unsere erste massentaugliche SQL-Server-Datenbank für das Spendenwesen. Bis dahin lief alles auf einer Access-Anwendung, mit allem, was das an Grenzen bedeutet. Greenfield war der Bruch mit dieser Bauweise — und der Vorläufer von allem, was danach kam.
Auf Basis von Greenfield entstand die Erstentwicklung des Fundraising Studio: Ich baute die Datenbank, mein Sohn Sebastian die Oberfläche. Heute noch ist es der Kern des Unternehmens.
Neben meiner Geschäftsführertätigkeit habe ich die Datenbankschicht dieses Systems weiterentwickelt und verantwortet — seit 2017 über 1.500 Änderungen. Zuletzt kam die KI-Schicht dazu: Spendenprognose, Themenzuordnung, Segmentierung.
Die Geschäftsführung habe ich an meinen Sohn Sebastian übergeben, der das Unternehmen in die Zukunft führt. Seither baue ich wieder selbst — für Leute, die wissen, was sie brauchen, und jemanden suchen, der es hinstellt.
Erst der Beweis, dann die Behauptung. Ich stelle keine Zahl in den Raum, bevor ich sie gegen etwas Unabhängiges geprüft habe. Das gilt für meine Ergebnisse wie für die meiner Werkzeuge.
Ein System darf anhalten. Lieber eine Meldung, die stört, als ein stiller Fehler, den du ein Jahr später entdeckst.
Du bleibst der Fachmann. Über dein Geschäft weißt du mehr als ich — deshalb baue ich nicht, was ich mir ausdenke, sondern was deine Arbeit abbildet. Sie zuerst zu verstehen ist meistens der längste Teil.
Ich rede in deiner Sprache. Du musst nicht verstehen, wie es gebaut ist. Du musst verstehen, was es tut — und woran du merkst, dass es stimmt.
Wenn dich etwas davon anspricht, schreib mir.
hgh sind meine Initialen — Harald Gerd Holzknecht. Und ki das, womit ich heute arbeite.